Überschrift 2.1.11

TEXTE ZUM WERK

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Kinetik ist die Bezeichnung für die physikalische Bewegungslehre. Das Betrachten des Verhältnisses von Bewegung und Gegenbewegung ist ein wichtiger Schwerpunkt der künstlerischen Tätigkeit von Maryam Motallebzadeh. Sie hat ihre Arbeit als Bildende Künstlerin in Teheran begonnen, erhielt als Dreizehnjährige den Kunstpreis „Hadaf“ für Malerei und hatte seit 1979 verschiedene Ausstellungen in Teheran, darunter unter anderen auf der Biennale für Malerei im dortigen Museum für zeitgenössische Kunst oder auch Einzelausstellungen in verschiedenen Galerien. Sie war im Folgenden an internationalen Kunstausstellungen beteiligt, in Thailand, Norwegen und auch in Deutschland. Im Jahr 2002 trat sie als Angehörige der Hochschule für Künste in Bremen mit ersten Audioinstallationen (das John-Cage-Projekt „Sprechender Baum“) und Performances an die Öffentlichkeit. Es folgten Projektausstellungen mit internationaler Künstlerbeteiligung, z.B. „Woanders“ in der Villa Ichon. Erfolgreiche Videoproduktionen wie „Meine Hände“ und „Zweie“ und schließlich Entwürfe und Realisierungen für Rauminstallationen (Internationales Symposium, 2005) charakterisieren gegenwärtige Entwicklungen.

Für Frau Motallebzahdeh ist nach eigener Auskunft ein inhaltlicher Beweggrund für ihre Malerei und Konzeptionen das Verhältnis von Schriftzeichen und Ordnungssystemen (Blöcken). Menschliche Verständigungsleistung wird durch Übereinkunft im Allgemeinen logisch und symbolisch geregelt. Frau Motallebzadeh nähert sich dieser Leistung intuitiv an. In ihren Audioarbeiten widmet sie sich dabei besonders der internationalen Verständigung, in ihren Filmen den individuellen Erfahrungen von Interkulturalität und kultureller Differenz. Die Konzeption „Bewegung in einem Block“ kombiniert diese in den Bereichen bildender, auditiver und audiovisueller Kunst gewonnenen Erfahrungen.

Reiner Matzker